Rock n’Roll nach Langenbruck

Eine wahnsinns Abfahrt auf dem Grat-Trail der baselbieter Wanne nach Langenbruck – nur für gute Fahrer empfohlen.

Über St. Wolfgang verlässt man Balsthal und steigt via „Hinter Schloss“ und Stalden zum Chrüzacker nach Holderbank, wo man der Römerstrasse bis zum Haldenbrunnenhübel (Punkt 731) folgt. Dort folgt man der Kiesstrasse, welche in langgezogenen Schlaufen durch den Beretenwald empor bis zum Beretenchopf führt.

Der Lohn für die Aufstiegsmüh‘, findet sich an der Nordostseite bei Punkt 1084 der Bereten-Hochebene, wo ein schmaler Singletrail von einem „Holzerplatz“ in den Wald führt und nach einigen Metern immer mehr zur Vertikalen neigt.

Erstbefahrer sollten sich durch eine links abfallenden „Holzschleipf“ einige Meter nach Beginn des Trails nicht irritieren lassen – die Abfahrt führt auf dem Grat des „Wannenflüeli“ zwischen Bachthalenberg und Baselbieter Wanne hinunter nach Langenbruck. Auf dem knapp zwei Kilometer langen Singletrail der „bloss“ 300 Höhenmeter in die Tiefe führt, kriegt man ein Potpourri an (anspruchsvollen) Trail-Charakterzügen serviert. Durch die Zahlen soll man sich aber nicht täuschen lassen – der Trail ist steil, zeitweise ausgesetzt und verlangt ein versiertes Auge in der Linienwahl.

Wer es ausgesetzt mag, ist hier richtig…

Die ersten Meter absolviert man in steilem Buchenwald, wechselt schon bald auf technisch anspruchsvolles Jurakalkgestein auf dem schmalen, teils ausgesetzten Wanneflüeli-Grat bevor die Abfahrt abflacht – aber technisch nicht minder anspruchsvoll – über Steinfelder und Treppen jagt. Zumindest mit einem Bike, wie dem Cube Fritzz oder Stereo ein Spass allergrösser Güte.

Wer schliesslich am Punkt 820 angelangt, links in den Waldweg Richtung Langenbruck abzweigt, verlässt die technisch steile Gratlinie und kriegt zum Schluss noch eine herrlich flowigen Abschluss mit Highspeed-Garantie.

Innerhalb dieser einen Abfahrt absolviert man so einen Schnelldurchlauf an Untergründen, welche wir so an unserer Bike-Region schätzen. Wer dem technischen Anspruch des Trails genügt, wird mit einem breiten Grinsen im Gesicht in Langenbruck für den langen Aufstieg zum Beretenchopf entlöhnt.

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Aufstieg via Farisberg: Alternativ lässt sich der Aufstieg zum Beretenchopf ab St. Wolfgang via Farisberg bewältigen, wo man über den Beretengraben zum Beretenwald gelangt und in auf Kiesstrasse zum Gipfel gelangt.

Über den Beretenchopf: Obwohl der Beretenchopf mit 1106 Meter über Meer die erste Jurakette überragt, wurde der Beretenchopf selbst nie touristisch entdeckt. Vollständig mit Wald überdeckt bietet er keine Fernsicht und auch kein Bergrestaurant lockt Wanderer in rauen Massen in seine Höhe.

Allerdings bildet die sgt. Obere und Untere Wanne zur Ostseite des Beretenchopf im Winter – bei genügend Schnee – das kleine Skigebiet von Langenbruck. Und auf seiner Nordseite fanden bis ins Jahr 2000 auf der „Freichelen“ die Skispringen statt, welche Langenbruck bis weit ins Mittelland bekannt machten. Der steinerne Schanzentisch ist übrigens bis heute vorhanden.

 

Langenbruck/BL: Langenbruck bietet einen gute Grundlage die Tour beliebig zu erweitern: Beispielsweise via Bärenwil zur Höchi Flue zu gelangen und die Rundtour bis zum Roggen mit weiteren Höhepunkten zurück nach Balsthal zu vergolden.

Wer noch weiter gehen möchte hat beispielsweise die Möglichkeiten via Allerheiligenberg, Belchenflue und Hauenstein nach Olten zu gelangen oder über Chilchzimmersattel, Geiss- und Lauchflue noch weiter ins Baselbiet vorzudringen und dabei weitere Singletrail-Höhepunkte des Juras zu entdecken.